Vorhang auf für Heinz Sablatnig

Die Zeit hat mich wieder einmal überholt und schon ist der nächste Krimi erschienen. Und obwohl ich euch schon vorab über die Handlung und die Charaktere informieren wollte, habe ich alles übersehen und ich bitte euch hiermit um Entschuldigung.

 

Nichtsdestotrotz möchte ich euch aber Heinz Sablatnig vorstellen, den neuesten Serienermittler Kärntens und damit Protagonist des aktuellen Krimis „Ein Mord am Wörthersee“. Heinz Sablatnig ist 41 Jahre alt, knapp 1,80 m groß und kräftig gebaut, weil gut trainiert – was aber nicht über sein Bäuchlein hinwegtäuschen kann, denn, wie wir wissen, stellt der Metabolismus ab 40 um und die wenigsten schaffen es, das nicht zu übersehen. Er trägt einen braunen Kurzhaarschnitt und unter seiner charakteristischen Dreiecks-Nase einen grobstoppeligen Dreitagebart, der gut zu seinen grün-grauen Augen passt. Frauen sehen in Heinz einen über dem Durchschnitt feschen Mann, jedoch bei weitem nicht den Traummann schlechthin. Doch das ändert sich von Zeit zu Zeit, denn eine von Heinz‘ bewährtesten Methoden ist die, in die Rolle eines anderen zu schlüpfen, Veränderung des Aussehens inklusive. Er ist sehr erfahren und selbstbewusst, besonnen und mutig, kärntnerisch-sympathisch, aber nicht gefeit vor Wutausbrüchen, wenn ihm etwas zu sehr gegen den Strich geht.

Heinz verdient sein Geld als Berufsdetektiv, er ist auf Versicherungsermittlungen spezialisiert. Seine in jeder Hinsicht lohnendsten Aufträge bekommt er von der Versicherungsgesellschaft „Fiducia“ in Klagenfurt, bei denen es vorrangig darum geht sicherzustellen, dass es bei schlagend werdenden Versicherungsauszahlungen mit rechten Dingen zugeht. Sein Kontaktmann bei der Fiducia ist Herr Magister Oberhofer, ein grobschlächtiger Mittdreißiger, der – unter uns gesagt – ein echtes Arschloch ist!

 

Viel angenehmer ist da schon die Erscheinung von Verena Bacher, die in der Klagenfurter Wienergasse ein Damenmodengeschäft betreibt. Die schlanke Blondine ist 1,68 m groß, hat kornblumenblaue Augen und ist so hübsch wie der Morgen. Darüber hinaus ist sie berufsbedingt stets per-fekt gekleidet, womit die 32-jährige nicht nur in Heinz Sablatnigs Augen die Traumfrau schlechthin ist.

 

Und dann ist da noch Heinz‘ Schwester, Sabine Oleschko. Sie ist um zwei Jahre älter als er und arbeitet als Chefinspektorin bei der Kripo-Klagenfurt. Dass dieser Umstand für ständige Reibereien mit ihrem Bruder sorgt, versteht sich von selbst, immerhin versucht dieser immer wieder das geschwisterliche Verhältnis für seine Ermittlungen auszunützen und an polizeiliche Ermittlungsinformationen zu kommen. Sabine ist taff und athletisch, trägt ihre dunkelbraunen Haare schulterlang und ist praktisch immer in Jeans, Cowboystiefel und dunkles T-Shirt gekleidet, je nach Witterung mit oder ohne Lederjacke. Würde sie ihre weiblichen Attribute betonen, wäre sie eine echt attraktive Frau. Tut sie aber nicht.

 

So, nun genug der einleitenden Worte, lesen wir einmal hinein, am besten gleich von Anfang an:

Diese Kindsköpfe!

 

Heinz Sablatnig starrte auf die Spitzen seiner Laufschuhe.

 

Ich Idiot!

 

Im Reflex schüttelte er eine Ameise ab, die über seine rechte Hand krabbelte, ehe er diese wieder neben die linke an die Backsteinmauer legte, an der er lehnte. Die Bewegung seines Körpers ließ die Brieftasche und das Handy in seinen Hosentaschen hin und her schwingen. Heinz fragte sich, warum er die Sachen überhaupt zum Laufen mitgenommen hatte.

 

Hätte es gestern Abend nicht auch bis neun Uhr gereicht? Oder zehn? Aber nein, Sperrstunde, wie üblich.

 

Er blies die verbrauchte Luft aus seinen Lungen und atmete tief durch die Nase ein. Als er die Ausdünstung seines Mundes roch, drehte er den Kopf angeekelt zur Seite. Auch wenn er sich mit seinen einundvierzig Jahren zu alt für Eskapaden wie die gestrige im Innenstadtcafé fühlte, so war ihm doch seit geraumer Zeit klar, dass es gewisse Dinge gab, für die er nie alt genug werden würde. Ein Teil jedes Mannes blieb wohl immer ein Kind. Als sich ihm schnell getaktete Schritte auf dem Kies näherten, wusste er, dass sein Arbeitstag gerade begann.

 

„Ah, Herr Sablatnig, Dehnungsübungen vor dem Sport, sehr gescheit!“

 

Heinz stieß sich von der Mauer ab, drehte sich zu Herrn Oberhofer um und zwang sich zu einem freundlichen Lächeln. Am verdutzten Blick seines Gegenübers erkannte er, dass sein Gesicht keinen Zweifel über seinen Zustand offenließ. Er streckte dem Ankömmling die Hand entgegen und begann zu reden, um den schlechten Ersteindruck zu überspielen, den er heute wohl vermittelte.

 

„Guten Morgen, Herr Direktor. Sie nützen das schöne Wetter?“

 

Oberhofer schlug in Heinz’ Hand ein, dass es patschte.

 

„Das Wetter ist wurscht, die Trainingsleistung muss stimmen.“

 

Der Direktor hatte seinen Laufschritt für die Begrüßung verlangsamt, nun beschleunigte er wieder, so dass Heinz sich in Bewegung setzen musste, um ihm zu folgen.

 

...

 

Auch wenn Oberhofer nicht der Typ war, mit dem Heinz einen Abend wie den gestrigen hätte verbringen wollen – genau genommen würde ihm in Gegenwart des Versicherungsmannes wohl nicht einmal ein einziger Schluck Bier schmecken –, so mochte Heinz doch dessen Aufträge. Sie brachten gutes Geld, das noch dazu prompt überwiesen wurde. Und sie waren in der Regel herausfordernd, was in Heinz’ Geschäft die Ausnahme war. Deshalb hatte er auch nicht eine Sekunde lang gezögert, als Oberhofer ihn gestern angerufen und um den heutigen Termin gebeten hatte.

 

Das heißt, gebeten hatte er nicht darum, der Landesdirektor war kein Mensch, der einen anderen um etwas bat. Er hatte bestimmt, dass sie sich um sieben Uhr am Lendhafen treffen und sich während seines Lauftrainings unterhalten würden, weshalb Heinz Sportgewand anziehen solle.

 

Heinz hatte nicht widersprochen, er kannte seinen Auftraggeber: So brachte dieser einen Geschäftstermin während seiner Trainingszeit unter und das war gut, denn es sparte Zeit. Und Zeit war Geld.

Ein Mord am Wörthersee ist ab sofort als Buch sowie als E-Book erhältlich.


Ich präsentiere meinen neuen Krimi am kommenden Montag (22. Juni) ab 19 Uhr im Seeparkhotel Klagenfurt, Universitätsstraße 104; der Eintritt ist selbstverständlich frei.

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Kommentare: 4
  • #1

    Birgit78weiss@gmx.de (Dienstag, 25 August 2015 22:42)

    Super spannendes und sehr gutes Buch! Besonders gefällt mir der leichte österreichische Dialekt und der Privatdetektiv Heinz Sablatnig. Freue mich auf den nächsten Band! Mit freundlichen Grüßen B. Weiß

  • #2

    Gertie Gold (Sonntag, 06 September 2015 20:04)

    Habe gerade deinen Krimi "ein Mord am Wörthersee" verschlungen. Tolle Story.
    Lebe in Wien, habe aber Villacher Wurzeln und bin fallweise beruflich in Klagenfurt.
    Ich schau mir noch deine anderen Krimis an.
    Viel Erfolg und liebe Grüße
    Gertie Gold

  • #3

    Peggie Gaccione (Freitag, 03 Februar 2017 04:25)


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  • #4

    Dovie Hansel (Montag, 06 Februar 2017 09:29)


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