Der neue Klagenfurter Kneipen-Krimi:„Die weiße Leber“

Anfang April erscheint „Die weiße Leber“ und damit die Fortsetzung meiner Groschenroman- und E-Books-Serie „Klagenfurter Kneipen-Krimi“. Das Buch wird überregional beworben, weshalb der Serientitel einen Wandel erfahren hat und ab jetzt „Kärntner Kneipen-Krimi“ heißt. Ich präsentiere den Roman am 13. April um 19 Uhr im Seepark-Hotel in Klagenfurt, gemeinsam mit Paul Martin, dessen neuer Roman ebenfalls Anfang April erscheint.

Vorab möchte ich euch aber schon einmal in Stimmung bringen und zeigen, was euch erwartet:

Textauszug aus: "Die weiße Leber"

Als der Schlüssel im Türschloss gedreht wurde, ging ein Zucken durch Ludwig Melischnig. Er
saß, die Hände mit Handschellen hinter dem Rücken gefesselt, auf dem Verhörstuhl und war
eingenickt. Als er nun aufsah und der beiden Ermittler in zivil gewahr wurde, die soeben den
Raum betraten, fiel ihm die gesamte Hoffnungslosigkeit seiner Situation wieder ein und er
sank in eine tiefe Verzweiflung.
„Na gut, Melischnig“, begann Chefinspektor Widrig, indem er sich Ludwig Melischnig
gegenüber auf seinen, verkehrt herum stehenden Sessel setzte. Der Chefinspektor lehnte sich mit den Unterarmen auf die Sessellehne und starrte seinen Verdächtigen wortlos an. Nur ein kleiner Tisch war zwischen ihnen. Ludwig Melischnig erwiderte den Blick eingeschüchtert. Er war müde, unrasiert und seine Augen lagen in tiefen Höhlen.
„Gehen wir es wieder an“, sagte der Kriminalpolizist beinahe im Flüsterton.
„Schon wieder?“, sagte Melischnig mit aufgeregter, heiserer Stimme. „Warum denn schon
wieder? Wie oft denn noch?“ Er klang, als würde er in jedem Moment losheulen.
„So lange, bis du mir sagst, warum du Ramona Doppelreiter umgebracht hast und wie du es
genau angestellt hast.“

Am Blutspende-Sonntag verschwindet beim Kirchenwirt von Klein Eggen die Kellnerin Ramona Doppelreiter und wird wenig später in ihrem Zimmer mit mehreren Messerstichen bestialisch ermordet aufgefunden. Neben dem Blut des Opfers findet die Polizei noch das eines anderen Menschen am Tatort; Ludwig Melischnigs Blut.

Was am nächsten Tag in allen Zeitungen steht, erreicht auch Herbert Pogatschnig in Wien. Er ist der Zwillingsbruder von Melischnigs bestem Freund Hubert, der drei Jahren davor fälschlicherweise erschossen wurde. Herbert Pogatschnig trifft sich mit Heike Ogris, der Tochter des Klagenfurter Chefinspektors, die ebenfalls in Wien lebt.

„Ludwig Melischnig ist unmöglich schuldig, egal was ihm zur Last gelegt wird“, sagte
Herbert Pogatschnig. „Ich werde ihn da raushauen, das bin ich seiner Treue zu meinem
Bruder schuldig. Aber dazu ist es notwendig, dass sich Einiges ändert. Ich habe inzwischen
alles über den Mord in Erfahrung gebracht, was die Medien darüber schreiben. Jetzt erzähl
du, was du an Hintergründen erfahren hast. Eins gleich vorweg: Wer ist dieser Chefinspektor
Widrig?“

Widrig ist ein sadistischer Kriminalpolizist und Chefinspektor Ogris‘ Krankenstandvertretung. Er will einen schnellen Erfolg und ihm ist egal, ob Melischnig wirklich schuldig ist, oder nicht.
Als Chefinspektor Ogris von den Vorgängen erfährt, beendet er seinen Krankenstand. Nicht nur, dass Melischnig sein Schwiegersohn ist, er kennt ihn seit vielen Jahren und weiß, dass dieser zu keinem Mord fähig ist.

Die Tür zu Ogris Büro flog so wuchtig auf, dass sie mit einem lauten Wummern vom
Türstopper abprallte und zitternd wieder zu fiel. Ogris musste sie noch einmal mit dem
Ellbogen anrempeln, damit sie ihm nicht doch noch den Weg versperrte. Als Chefinspektor
Widrig vom Schreibtisch aufsah, hatte er den Blick eines Wolfes, der einen Konkurrenten
fixierte, um diesen zielsicher anspringen zu können.
„Hast du einen Dachschaden?“, bellte er Ogris an. „Was soll der Auftritt?“
Chefinspektor Leopold Ogris blieb abrupt stehen und erwiderte den wölfischen Blick. Sein
Kopf sank ein wenig nach vorne und sein Nacken versteifte sich, die Augen blitzten unter
drohend zusammengezogenen Brauen hervor.
„Sprechen Sie mich nie wieder mit Du an, haben Sie verstanden?“, knurrte er. Es war unschwer zu erkennen, ob Widrig das beeindruckte, doch Ogris ließ ihm keine Zeit für eine
Reaktion: „Wie kommen Sie dazu, meinen Schwiegersohn wie einen Verbrecher zu
behandeln?“
„Dein Schwiegersohn ist ein Verbrecher“, schrie Widrig, indem er aufsprang und hinter dem
Schreibtisch hervorkam. „Glaubst du, nur weil er mit dir verwandt ist, macht ihn das
unschuldig?“ Er baute sich nahe vor Ogris auf.
„Halt gefälligst einen Respektabstand ein, Bürscherl“, knurrte dieser.
„Das Bürscherl wird dir gleich zeigen, wie viel Respekt es vor dir hat!“
„Dann werde ich dir in den Hintern treten müssen, damit du lernst was das ist: Respekt!“
Die beiden starrten einander in die Augen, es war, als zuckten Blitze zwischen ihnen hin und
her. Dann knurrte Widrig:
„Mach die Tür hinter dir zu, wenn du draußen bist!“
„Ich habe nicht vor, zu gehen“, knurrte Chefinspektor Ogris zurück, „aber du, du wirst
gehen.“
„Ich führe die Abteilung!“ Widrig schrie nun.
„Du bereitest dich jetzt eher besser auf ein Disziplinarverfahren vor.“ Ogris war laut, sehr
laut, aber nicht unbeherrscht.
„Soll das eine Drohung sein, oder was?“, konterte Widrig und gab Ogris zurück:
„Wonach hört es sich sonst an?“

Indessen kommt Herbert Pogatschnig in Klagenfurt an und beginnt seine Recherchen beim
Kirchenwirt in Klein Eggen, wo er von Melischnigs Schwester Bianca eingeführt wird, die in dem Dorf verheiratet ist. Dabei sorgt Pogatschnig gleich für einen handfesten Tumult.

„Ich bin ein Freund ihres Bruders Ludwig“, erklärte Herbert Pogatschnig. „Ludwig Melischnig?“ Die Kellnerin Martina hatte in ihrer Überraschung den Namen laut ausgerufen, was die Aufmerksamkeit von Bürgermeister Christian Werzer erregte, der unmittelbar neben Pogatschnig stand. Er drehte sich zu ihnen um und fragte mit misstrauischem Blick: „Was ist mit dem Mörder?“
„Ludwig ist kein Mörder“, entgegnete Herbert Pogatschnig mit ungehaltener Stimme.
„Bist du von der Polizei, oder was?“, fragte nun Chorleiter Kenda, woraufhin endgültig jeder
in Hörweite zum Zeugen der Unterhaltung wurde.
„Nein, ich bin sein Freund. Der Ludwig kann keiner Fliege etwas zuleide tun, geschweige
einen Mord begehen.“
„Sein Freund bist du?!“
Pogatschnig lief es eiskalt den Rücken hinunter. Es war Sepp Beilhack, der dies gerufen hatte
und seine Stimme klang aggressiv; genauso, wie Pogatschnig glaubte dass sie klingen würde,
wenn Beilhack einen seiner Aussetzer bekam, von denen Martina vorhin erzählt hatte.
„Der Freund von einem Mörder?“
Tatsächlich stand Beilhack auf und drängte sich durch die Leute, um sich vor Herbert
Pogatschnig aufzubauen. Aus dessen Perspektive erschien der Mann weit über zwei Meter
hoch und mindestens anderthalb Meter breit zu sein.
„Was hast du hier zu suchen?“
Pogatschnig sah sich antwort- und hilfesuchend um, begegnete aber nur hasserfüllten,
teilweise sogar mörderischen Blicken, wie ihm schien.
„Ich suche nach Antworten.“ Er war über den ungeheuer selbstsicheren Ton und die große
Lautstärke seiner Stimme selbst überrascht. „Irgendwer versucht meinem Freund den Mord
in die Schuhe zu schieben und ich will wissen, wer.“
„Was willst du denn damit sagen?“
Sepp Beilhack trat einen Schritt nach vorne, wodurch sein massiger Bauch Herbert
Pogatschnig nach hinten rempelte. Pogatschnig war überrascht, doch er fing sich sofort
wieder. Er trat nahe an Beilhack heran, sah ihm böse in die Augen und antwortete mit noch
lauterer Stimme: „Ich will damit sagen, dass einer von euch Ramona Doppelreiter umgebracht hat und ich will wissen, wer!“

Damit sind die Türen in Klein Eggen für Pogatschnig zu. Allerdings gelingt es ihm, einen Draht zur Kellnerin Martina herzustellen, die ihm von der Vergangenheit des Opfers in Wien erzählt. Herbert Pogatschnig setzt Heike Ogris auf diese Spur an.
Indessen kann Chefinspektor Ogris Melischnigs Unschuld nachweisen und diesen enthaften. An seiner statt ist nun Frau Doktor Kogelnig verdächtig, die die Blutabnahmen am Sonntag des Mordes überwacht hat. Für sie wäre es ein Leichtes gewesen, mit Melischnigs Spenderblut eine falsche Spur am Tatort zu legen. Doch Frau Doktor Kogelnig hat ein sensibles, schüchternes Wesen und ist klein und zart gebaut, überhaupt nicht der Typ, der ein Messer mehrmals bis zum Schaft in einen menschlichen Körper rammt.
In Klein Eggen geschehen derweil seltsame Dinge. Der Gemeinderat stimmt für die Trassenführung einer geplanten Hochleistungsbahnstrecke durch das Gemeindegebiet, obwohl bislang alle vehement dagegen waren. Michael Kenda, der Leiter des gemischten Chores, will auf Biegen und Brechen an einem Chorwettbewerb teilnehmen – obwohl das außer ihm niemanden interessiert. Herbert Pogatschnig beobachtet diese Vorgänge ebenso aufmerksam, wie einen dubiosen Dorfbewohner.

„Was ist eigentlich mit diesem Angelo Baumer? Der scheint mir auch nicht ganz knusper zu
sein.“
Martina stieß einen verächtlichen Zischlaut aus.
„Nicht ganz knusper“, echote sie, zog die Nase hoch und wand sich wieder Pogatschnig zu.
„Die Baumers sind so etwas wie die Asozialen von Klein Eggen“, erklärte sie.
„Er hat Familie?“
„Nein, ich meine ihn und seine Vorfahren. Er lebt alleine in seiner Bruchbude, welche würde
den auch heiraten?“ Als Herbert Pogatschnig nicht darauf reagierte, sah Martina ihn an und
blickte in ein fragendes Gesicht. „Angelo Baumer“, begann sie zu erklären, „stammt aus
einer Bauernfamilie, die seit Generationen den Ruf hat, dass alle ihre Mitglieder gierige
Schnorrer und rücksichtslose Egoisten sind. Wo immer die einen Vorteil für sich erkennen,
nützen sie ihn aus, auch wenn andere dafür bezahlen müssen. Dazu sind sie auch noch faul
und nachlässig.“
„Stopp, Stopp, Stopp“, Herbert Pogatschnig lachte, „da vereinfachst du die Dinge aber
schon ein bisschen. Niemand ist nur faul und rücksichtslos und gierig.“
„Die Baumers schon.“

Herbert Pogatschnig wird klar, dass er den Mörder nur finden wird, wenn es ihm gelingt, die
einzelnen Puzzleteile ineinanderzustecken. Doch dann ist der Mörder schneller.

Herbert Pogatschnig spürte, wie ihn der schreckliche Schauer des Grauens packte! Jemand
war hier, Pogatschnig befand sich in allerhöchster Gefahr!
Gehetzt griff er nach der Schnalle der Beifahrertür, schwang sich auf den Fahrersitz, griffelte
umständlich den Autoschlüssel aus seiner Hosentasche, zog dabei sein Mobiltelefon mit
heraus, welches unter die Pedale polterte, beugte sich hinunter, hob es auf, legte es in die
Mittelkonsole, fingerte den Autoschlüssel in das Schloss. Eine Hand schnellte durch das
Autofenster herein und presste seinen Kopf zur Seite, zu schnell und zu stark, als dass er sich dagegen hätte wehren können, dann wurde ihm eine Spritze schmerzhaft tief in den Hals
gedrückt.

Die weiße Leber, Kärntner Kneipen-Krimi von Roland Zingerle
Die weiße Leber Kärntner Kneipen-Krimi

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Die Aktion gilt für Vorbestellungen, die bis einschließlich 31. März 2015 einlangen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Elke (Montag, 23 März 2015 13:29)

    Jetzt will ich aber wissen, wie es weiter geht! Zuerst der Hubert und jetzt auch noch der Herbert?