Die Kneipen-Krimi-Saga beginnt....

„Ausgekegelt“ bildet den Startschuss der Kneipen-Krimi-Serie, insofern liegen in dieser Geschichte auch einige der später wichtigen Figuren bzw. Gegebenheiten begründet.

 

Allem voran legt dieses Abenteuer das Fundament der künftigen Schicksalsgemeinschaft der beiden Protagonisten Hubert Pogatschnig und Ludwig Melischnig gelegt. Melischnig stolpert über die übel zugerichtete Leiche seines Vorgesetzten und ist entsprechend durch den Wind, Pogatschnig stößt zufällig in diese Szene. Durch seine Arbeit ständig intellektuell unterfordert, verspürt er in dem Moment zum ersten Mal dieses Kribbeln, das ihm sagt, er könne den Fall lösen. Dass er Kontakt zu Melischnig aufnimmt geschieht nicht in der Annahme, dieser sei ein kongenialer Partner, sondern in dem Wissen, dass Melischnig über Informationen verfügt, die Pogatschnig zur Aufnahme seiner Ermittlungen benötigt.

Was die beiden dann aneinanderschweißt ist die Tatsache, dass einer dem anderen das gibt, was dieser am dringendsten braucht: Melischnig braucht jemanden, der ihn an der Hand nimmt und sagt, was er zu tun hat. Dass seine vormalige Bezugsperson, nämlich sein Chef, gewaltsam zu Tode gekommen ist, lässt Melischnig orientierungslos zurück, so dass dieser nach der ersten sich bietenden Person greift und das ist Hubert Pogatschnig. Dieser wiederum liebt es, bewundert zu werden und den Ton angeben zu können. Somit ergänzen sich die Persönlichkeiten der beiden, was dazu führt, dass sie sich rasch aufeinander einspielen und damit den Grundstein für künftige Hobby-Ermittlungen und – mehr noch – eine tiefgehende Freundschaft legen.

 

Mit der Welt der Bierführer wird in „Ausgekegelt“ ein weiterer wichtiger Aspekt der Kneipen-Krimi-Saga entfaltet. Ludwig Melischnig ist nur Assistent, weil ihm zum vollständigen Bierführer der Lkw-Führerschein fehlt. Dieser Umstand ist die Bürde, die er zu tragen hat: Sein allergrößter Wunsch ist es, Bierführer zu werden, doch dieser erfüllt sich nicht, weil er jedes Mal die Nerven verliert, wenn er zur Lkw-Führerscheinprüfung antritt – weil für ihn nicht weniger auf dem Spiel steht, als die Erfüllung seines Lebenstraumes. Ein Teufelskreis.

Dass seine Kollegen einer Kegelmannschaft namens „Die lustigen Bierbuam“ angehören, der er als Assistent nicht beitreten darf, macht diese Kluft noch sichtbarer und schmerzhafter. Doch Melischnig verzweifelt nicht, denn trotz allem ist er der einzige, für den die Bierführerei nicht allein Beruf sondern Berufung ist. Auch das spürt er in „Ausgekegelt“: Die Mitglieder des Kegelklubs werden nach der Reihe grausam ermordet, weil sie sich unanständig verhalten haben – er nicht, denn seine Seele ist rein; er gehört nicht zu der Art von Bierführern, die sich in einem Kegelklub gegenseitig bestätigen müssen.

 

In diesem ersten Kneipen-Krimi finden sich auch schon einige Nebenfiguren und Schauplätze, die später in der Serie noch eine Rolle spielen werden.

Zunächst Frau Maier, die namentlich hier nicht genannte Wirtin der „berüchtigten Nachtbar“ in der Klagenfurter Innenstadt. Sie ist nicht nur gänzlich ungepflegt, sie ist auch als Wirtin eine krasse Fehlbesetzung: Ihre Trinkgläser sind schmierig, ihr Lokal ist heruntergekommen und sie viel zu oft selbst ihr bester Gast. In „Ausgekegelt“ wird auch ihre Vergangenheit aufgedeckt: Sie war eine, nach eigener Aussage äußerst erfolgreiche, Prostituierte, was sie für Pogatschnig zu einer wichtigen Informationsquelle macht, zumal eine Spur des Falles zu einer Prostituierten und deren Tochter führt.

Eine weitere später wiederkehrende Nebenfigur ist Gerard, ein stets auffällig bunt gekleideter Homosexueller, der in der berüchtigten Nachtbar auf Freier lauert. Zwar tummelt sich hier fast ausschließlich heterosexuelles Publikum, doch ab und an kommt Gerard doch zu Potte. Sein betont auffälliges Auftreten macht ihn gleichermaßen verdächtig wie unverdächtig.

 

In „Ausgekegelt“ erscheinen außerdem zwei reale Gasthäuser und deren Wirte, die in der weiteren Serie einen Stammplatz bekommen werden.

Zum einen Christian Fischer, der Wirt von Klagenfurts urigstem Bierlokal „Pumpe“. Beschwert er sich hier bei Hubert Pogatschnig über die mangelnde Frische der von dessen Firma gelieferten Kartoffeln, so tritt er in weiterer Folge als eine Art Hafenmeister auf, der mit seinem Bierlokal einen sicheren Hafen in den Stürmen des Alltags regiert.

Kurt Eisler vom Kulturwirt Joainig in Pörtschach hat hingegen eher die Rolle eines großzügigen Opas, der seine Arme weit öffnet, wenn einer seiner Gäste mit hängendem Kopf sein Restaurant betritt. Eisler ist der einzige reale Mensch, der in ausnahmslos allen Kneipen-Krimis auftritt.

 

Damit schlägt er selbst den Autor: Als ich im Jahr 2006 mit der Serie begann, nahm ich mir die Freiheit heraus, in jedem Heft selbst aufzutreten, so wie es Hitchcock in seinen Filmen tat. Im Kneipen-Krimi Nr. 17 „Stumme Zeugen“ fehlt dieser Cameo-Auftritt allerdings, ich fürchte, ich habe mich damals einfach vergessen.

In „Ausgekegelt“ kam einem meiner Studenten die Ehre zu, meinen Auftritt zu schildern und das tat er auch mit perversem Genuss, wovon sich jeder Leser selbst überzeugen kann. Kein Wunder: die einzige Vorgabe, die er von mir bekommen hatte war, dass Pogatschnig und Zingerle einander so in die Haare geraten müssen, dass sie einhellig beschließen, sich in Zukunft nicht mehr zu kennen. Das ermöglichte ein erneutes Kennenlernen in einem der späteren Kneipen-Krimis, der ja – wie alle anderen auch – vor „Ausgekegelt“ entstanden war.

Der kindische Streit mit „Hubsi“ und „Roli“ entspringt übrigens meiner tatsächlichen Abneigung gegen diese Verniedlichung meines Vornamens, welche mich ursprünglich auch dazu geführt hatte, Pogatschnig eine Abneigung gegen „Hubsi“ anzudichten.

 

Im nächsten Blog widme ich mich einigen schreibtechnischen Besonderheiten von „Ausgekegelt“.

 

Bis dahin wünsche ich euch alles Gute!

 

 

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