Ein Neuanfang: „Ausgekegelt!“

Als Einstand in der neuen Ära meines Blogs schenke ich euch die erste Hälfte meines Kneipen-Krimis „Ausgekegelt“.

 

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Mit „Ausgekegelt“ beginnt ja die Serie, obwohl die Handlung als letzte von allen entstand. Das kam so: Im Jahr 2009 bekundete die Universität Klagenfurt Interesse an meinem Angebot, als extern Lehrender gemeinsam mit Studenten einen Kneipen-Krimi zu verfassen. Großspurig, wie ich nun einmal bin, kündigte ich an, der so entstehende Krimi würde als Teil der Serie in Form eines Groschenromans erscheinen.

Als mein Praktikum im März 2011 schließlich begann, hatte Hubert Pogatschnig – der Hauptdarsteller in den Kneipen-Krimis – bereits seit fünf Monaten literarisch das Zeitliche gesegnet und an eine Fortsetzung der Serie war nicht zu denken. Mir blieb also keine andere Wahl, als auf eine mittlerweile gängige Methode des Geschichtenerzählens zurückzugreifen und ein sogenanntes „Prequel“ zu schaffen.

Als Prequel wird jene Folge einer Serie bezeichnet, die im Nachhinein an den Anfang gestellt wird, weil sie die Geschichte vor der Geschichte erzählt, also wie es zum Beginn der Serie kam.

 

Ein weiteres Problem war jenes der vielen sprichwörtlichen Köche, die den sprichwörtlichen Brei verdarben. Irgendwie musste es mir gelingen, gemeinsam mit zwölf Studentinnen und zwei Studenten einen Krimi zu schaffen, der eine einheitlich-durchgängige Handlung, vor allem aber einen durchgängigen Stil haben sollte.

 

Zunächst einmal ging es um die grundsätzliche Handlungsidee. Wir begannen mit einem Brainstorming, das die Menschheit so wohl noch nicht erlebt hatte. Von vergiftetem Bier-Konzentrat bis hin zu einer aus Putzmitteln gewonnenen Mixtur, die die Nachweisbarkeit von Alkohol im Blut verhinderte, waren alle Ideen mit dabei. Meine ursprüngliche Vorgabe „so schräg wie möglich“ schwächte ich bald zu „so schräg, wie nötig“ ab.

Schließlich gelang eine Einigung auf drei mögliche Handlungsstränge. Ich ließ die Gruppe über den beliebtesten Handlungsstrang abstimmen, welcher dann zur Haupthandlung wurde, die beiden anderen wurden zu Nebenhandlungen verarbeitet.

 

Was nun folgte, war ein wenig abenteuerlich. Jeder der drei Handlungsstränge musste ausgearbeitet werden: die grundsätzliche Idee brauchte einen roten Handlungsfaden und dann Figuren, die diesem durch einzuplanende Höhen und Tiefen folgen mussten.

Bei dieser Arbeit ziehe ich mich für gewöhnlich zurück und gehe äußerst konzentriert vor, immerhin muss ich dabei jedes einzelne Element im Blick behalten, um Logikbrüche zu vermeiden. Gerade ein Krimi ist hierbei sehr empfindlich, zumal die Indizienkette vom Anfang bis zum Ende nicht abreißen darf.

Bei „Ausgekegelt“ war das nicht drin, zumal das Projekt ja uns allen gehörte und folglich auch von allen entwickelt werden musste. Ich teilte die Mann- bzw. Frauschaft also in drei Gruppen ein, von denen jede einen Handlungsstrang ausarbeiten musste. Als die Gruppen einander die ausgearbeiteten Handlungsstränge vortrugen, kam es zu hitzigen Diskussionen. Elemente der Geschichte, das Verhalten einzelner Krimi-Figuren und zeitliche Abläufe waren von den drei Gruppen in den Dienst der jeweils eigenen Sache gestellt worden und passten somit nicht zu den anderen Handlungssträngen; teilweise widersprachen sie einander sogar. Das musste nun vereinheitlicht werden.

Dieser Prozess, in dem die Ungereimtheiten ausgemerzt wurden, war für das Gesamtprojekt ein Segen! – Und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen war dabei jede Studentin und jeder Student dazu gezwungen, sich intensiv mit allen drei Handlungssträngen auseinanderzusetzen und zum anderen wurde die Geschichte in ihrer Gesamtheit nun erst so richtig zum geistigen Eigentum von allen. Ab diesem Zeitpunkt identifizierte sich jeder, selbst der am meisten gelangweilte Mitläufer der Gruppe, voll mit dem Projekt. Alles, was danach kam, schien ohne Probleme zu verlaufen. Zunächst verflochten wir die drei Handlungsstränge ineinander, dann gliederten wir die Gesamthandlung in Kapitel auf, welche ich auf die Studentinnen und Studenten so aufteilte, dass jeder in etwa dieselbe Textlänge zu schreiben hatte.

 

Doch der letzte Arbeitsschritt erwies sich als der für mich haarigste. Zwar gaben sich alle redlich Mühe, im gängigen Kneipen-Krimi-Stil zu schreiben, doch gelang dies nur im Ansatz. Man schlüpft nicht so leicht aus seiner Haut heraus und in die eines anderen hinein! Es blieb mir also nichts anderes übrig, als den Stil zu glätten und quasi jeden einzelnen Satz anzugleichen. Das zog einigen Unmut nach sich, was ich gut verstehen kann! Nach all der Arbeit wurde nun ausgerechnet das Endprodukt, das selbst Geschriebene, einer Stilzensur unterzogen. Doch schließlich akzeptierten sie die Notwendigkeit dieses Schrittes zugunsten der Durchgängigkeit der gesamten Serie.

Am Ende des Semesters waren alle mit ihrem Werk zufrieden und wir präsentierten gemeinsam die „Nummer 0“ des Klagenfurter Kneipen-Krimis einem öffentlichen Publikum.

 

Ich wurde immer wieder gefragt, wie ich mit dem Ergebnis zufrieden sei und habe immer das gleiche geantwortet: Aus meiner Sicht gelang es uns, den Spruch der vielen Köche, die den Brei verdarben, Lügen zu strafen. „Ausgekegelt“ wartet mit einer sehr dichten Handlung auf, aber ich empfinde das nicht als störend; die Geschichte fügt sich gut in die Reihe der anderen Kneipen-Krimis.

Aber macht euch ruhig selbst ein Bild davon!

 

In zwei Wochen warte ich mit Hintergrundinformationen zur Handlung und zu den Charakteren von „Ausgekegelt“ auf, bleibt mir also treu.

 

Derzeit bekommt ihr eine dicke Leseprobe des Kneipen-Krimis „Ausgekegelt“ gratis. Nur für begrenzte Zeit!

 

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